Nicht alles ist verloren

kiew
Kiew:: Kreative üben sich in antirussischer PropagandaFoto: Reuters / Valentyn Ogirenko

Дала небольшое интервью по поводу поездки в Харьков на дебаты немецкому журналу «Melodie und Rhythmus».

DIE DICHTERIN JELENA SASLAWSKAJA ÜBER DIE KULTURLANDSCHAFT IN DEN »VOLKSREPUBLIKEN« LUGANSK UND DONEZK

Die Dichterin und Spoken-Word-Künstlerin Jelena Saslawskaja ist Mitglied der Union der Schriftsteller der nicht anerkannten »Volksrepublik« Lugansk (LNR). Im Dezember vergangenen Jahres reiste sie nach Charkow in die Ukraine, um an dem Kongress »Debate on Europe: Reden über Zukunft. Perspektiven des Zusammenlebens in Konfliktregionen« teilzunehmen, der von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit organisiert worden war. M&R bat sie um ein Interview. Читать полностью

So kommt das Schicksal

Jelena Saslawskaja. Dе nachdichtung von A. Filyuta M. Kniep

*1*
Wie kommt das Schicksal?
Als Schützenpanzer
Über mein Land.
Stöhnen
Diejenigen, die schon tot sind,
Und diejenigen, die noch leben,
Werden nahebei ins Federgras
Fallen,
Heiß vom Blut,
Salzig vom Blut,
Rot vom Blut
Der Söhne von Luhansk.
So kommt das Schicksal- 
— Als kannibalische Kriegslust.

*2*
Wie kommt das Schicksal?
Mit dem Getöse der Granatwerfer.
Zuerst zittern die Hände,
Doch dann, 
Dann klammerst du dich fester
An dein AK-47
Oder an das, was du gerade in der Hand hältst.
Im Schützengraben,
Dem Abgrund, der meinen kornblumenblauen Himmel
Und meine goldenen Felder
Entzwei riss.
Da kommt das Schicksal,
Und du schreist ihm zu: „Halt“!

*3*
Wie kommt das Schicksal?
Mit den Tränen der Kinder und Mütter,
Ein Sarg folgt dem anderen,
Das Unglück klopft an der Tür,
Und plötzlich stocken die Tränen im Hals,
Und das Herz zittert nicht  mehr,
Und im selben Augenblick ist alles, was von dem bleibt,
was jetzt über meine Heimat rollt – die Schande.
Denn das Schicksal — das sind wir,
Diejenigen, die den Widerstand,
Und die heilige Pflicht der Verteidigung gewählt haben.

Так насувається доля

 *1*
Як насувається доля?
БТРами
По моїй землі.
Стогнуть
Ті, що померли,
А ті, що живі
Ляжуть поряд
У ковилі,
Гарячі від крові,
Солоні від крові,
Червоні від крові
Луганських синів.
Так насувається доля –
Людожерським бажанням війни.

*2*
Як насувається доля?
Під мінометний грім.
Спочатку тремтять долоні,
Але потім
Міцніше тримаєш
Свій АК-47,
Або що там є під рукою.
В окопі,
Як у прірві, що розірвала навпіл
Небо моє волошкове
Й поля мої золоті.
Так насувається доля,
А ти все кричиш їй: «Стій».

*3*
Як насувається доля?
Сльозами дітей, матерів,
Йде труна за труною,
Горе заходе у дім,
І раптом сльози застигають у горлі,
І серце вже не тремтить,
І цієї самої миті все, що лишається тим,
Хто йде по моїй землі –
Це сором.
Бо доля – це ми,
Ті, що обрали опір,
Й святий обов’язок боротьби.

 

Schwarzbrot

Jelena Saslawskaja. Dе nachdichtung von A. Filyuta M. Kniep

Lange blieb das Unheil aus. Lange Zeit.
Lange gab es keinen Krieg. Lange Zeit.

Es war genug Zeit, um die Kinder großzuziehen.
Es war genug Zeit, um die Enkelkinder großzuziehen.
Es war nicht genug Zeit, um die Urenkel großzuziehen.

Und der Sohn sagte: Ich gehe. Verzeih mir.
Und der Enkel sagte: Ich auch. Lass mich auch gehen.
Und die Urenkel wurden zusehends größer.

Und wieder floss heißes Blut.
Und die Heimat wurde zerrissen und zerschnitten.
Und Bruder stellte sich gegen Bruder und Freund gegen Freund.
Und die Milch wurde schwarz in den Brüsten.
Und das Blut wurde schwarz in den Herzen,
Wie Anthrazit, unsere Kohle aus Krasnodon.
Gefördert aus dem tiefsten Grund. Den unzugänglichen Schächten.
Nach oben. Aus der Hölle selbst.

Geschichte will Veränderung
Und der schwarze Mühlstein dreht und kreist und rollt.

Jetzt sind wir wie das Schwarzbrot im Krieg,
Früher aber waren wir wie das goldene Korn.

Черный хлеб

 Долго не было беды. Долго.
Долго не было войны. Долго.

Успели дети подрасти.
Успели внуки подрасти.
А правнуки пока что не успели.

И сын сказал: Я ухожу. Прости.
И внук сказал: Я тоже. Отпусти.
И правнуки заметно повзрослели.

И снова кровь горячая лилась.
И Родина, кроилась, и рвалась.
И брат на брата шёл, а друг на друга.
И стало чёрным молоко в сосцах.
И стала чёрной кровь в людских сердцах,
Как антрацит, наш краснодонский уголь.
Последний пласт. Из недоступных недр.
Наверх. Из самой преисподней.

История желает перемен
И крутит, крутит, крутит чёрный жёрнов.

Мы стали чёрным хлебом на войне,
А были… были золотые зёрна.

Notizen am Rande des Krieges. (Ein Bündel von Briefen an einen Freund, um die Moral zu heben)

Jelena Saslawskaja. Dе nachdichtung von A. Filyuta M. Kniep

„Es gibt kein Glück auf Erden. Es gibt nur Frieden und Freiheit“.

S. Puschkin

* 1 *
Notizen am Rande des Krieges.
Soldaten, geschrieben in eine Schützengrabenzeile,
Wie Buchstaben. Du
Bist einer von ihnen.
Und meine Epistel
Wirst du kaum lesen.
Vielleicht
Später einmal.
Komm lebendig zurück.
Dann werden wir unsere Briefe wieder lesen.
Und danach noch einmal.
Die Erinnerung soll es bewahren,
Das lebendige Wort wird uns zusammenführen.
Aufsteigend aus dem Inneren der Kehle,
Wie ein Kuss, wie ein leichter Atem.

* 2 *
Notizen am Rande des Krieges.
Du schreibst sie, voll von wütender Entschlossenheit und Mut,
Und ich schreibe Gedichte
Für dich, wie üblich auf Papier,
Außerdem Briefe, keine E-Mails, alles handgeschrieben,
Die vergessene Kunst der alten Magie,
Aus Reimen und Rhythmen
Eine neue Welt zu erzeugen.
Du schöpfst sie aus Wortverbindungen
Und aus dem Spitzenmuster der Handschrift,
La lettre ouvre le secret du coeur.

* 3 *
Notizen am Rande des Krieges.
Was kann ich dir schreiben, du, Nachfahre des Titurel?
Du glaubst, dass unsere Zeit noch kommt,
Um die geträumten Träume zu verwirklichen?
Doch lass uns bis zum Ende ehrlich sein,
All das, wovon uns die Engel gesungen haben,
Wie Ammen an der Wiege,
Ist nur ein Summen, das wir
in Jamben und Trochäen zu fassen suchen.
Stattdessen aber schlagen wir uns die Stirn blutig.
Hier ist Montsalvens  — ein Riese auf der Kohlenhalde.
Und der Kelch — das ist ein Glas mit Selbstgebranntem.

* 4 *
Notizen am Rande des Krieges.
Nach einer Kurve ändert das Leben die Richtung,
Du warst ein Philologe, ein Dichter,
Und wurdest Soldat. Freischärler
Und Terrorist, so schreiben es die Zeitungen
Und der Oligarch Akhemetov stimmt mit ein,
Und ich komme auf den Gedanken,
Wenn du so treffsicher schießen würdest,
Wie du schreibst – nur dann ergäbe das einen Sinn.
Die Muse ist verstummt. Noch eine Schießerei.
Und ich schreibe dir: Halt durch.
PS: Ich umarme dich fest.

* 5 *
Notizen am Rande des Krieges.
Im Namen der neugeborenen Republiken.
Notizen am Rande des Frühlings
Und der Revolution, die unsere Schicksale vereint.
Das ruinierte Land, das wir, du und ich,
Heimat nennen, ist wie eine Scheibe,
Wie ein Stück Brot in den Zähnen der hungrigen Junta,
Verzeih, ich bitte, meinen Reim:
Sie sind räudig wie der dreckige Hund da.

* 6 *
Notizen am Rande des Krieges.
Das Leben wird nicht ins Reine geschrieben. Ist nicht zu korrigieren.
Das menschliche Blut ist kein Saft aus roten Kirschen
Und keine Tinte. Niemand ist schuld,
Außer uns selbst. Gott schütze uns.
Ich träume davon, dass wir einander gegenüber sitzen,
Und du sagst: „Über uns werden einmal Bücher geschrieben
Und vielleicht auch Filme gedreht,
Darüber, wie junge Burschen den blutigen
und scharfen Geschmack des Kampfes
Und wie Mädchen, nicht allein durchs Hörensagen,
Den Schmerz der Liebe erfahren.“

* 7 *
Notizen am Rande des Krieges.
Du sagst mir, dass bei euch alles ruhig sei,
Und dass noch keine Schüsse gefallen seien,
Und dass zu sterben, vielleicht, nicht weh tue,
Du sagst, bei euch sängen jetzt Nachtigallen,
Und das Federgras der Steppe schaukle wie ein Meer,
Und ich lese die Blogs im Netz:
Der eine ist verwundet, der andere getötet, der Dritte schon begraben.
Und das Glück, das nicht rechtzeitig in mein Haus
Kommen konnte, verwandelt sich in Trauer.
Und ich wiederhole trotzig meine Lieblingsverse:
„Es gibt kein Glück auf Erden. Es gibt nur Frieden und Freiheit.“

Заметки на полях войны. (Связка писем другу для поднятия боевого духа)

На свете счастья нет. А есть покой и воля.
А. С. Пушкин

*1*
Заметки на полях войны.
Окопная строка, в которую вписали
Солдат, как буквы. Ты
Один из них.
И мой эпистолярий
Прочтешь едва ли.
Может быть,
Потом.
Вернись живым.
И мы друг друга снова прочитаем
И перечтем.
Пусть память сохранит,
Как вырываясь из глубин гортани,
Как поцелуй, как легкое дыханье,
Живое слово нас соединит.

*2*
Заметки на полях войны.
Ты полон злой решимости, отваги,
Ты пишешь их, а я пишу стихи
Тебе, традиционно на бумаге,
И письма, не е-mail, а от руки,
Забытое искусство древних магий
Творить из рифм и ритмов
Новый мир.
Ты воссоздашь его из словосочетаний,
Из почерка, как кружевной узор,
La lettre ouvre le secret du coeur.

*3*
Заметки на полях войны.
Что написать тебе, наследник Титуреля?
Ты думаешь, приходит наше время
Осуществить увиденные сны,
Но будем до конца честны,
Все то, о чем нам ангелы напели,
Как гули, в изголовье колыбели,
Лишь гул, который мы
Разбить пытаемся на ямбы и хореи,
А разбиваем лбы.
Здесь Монсальват – громада террикона.
А чаша – это банка самогона.

*4*
Заметки на полях войны.
Жизнь, сделав поворот, меняет вектор,
Ты был филологом, поэтом,
А стал солдатом. Боевик
И террорист, как пишут СМИ,
Им в тон гудит Ахметка,
И мне на ум одна приходит мысль,
Что, если ты стреляешь так же метко,
Как пишешь, – будет в этом смысл.
Умолкла муза. Снова перестрелка.
И я пишу тебе: «Держись.
Post scriptum. Обнимаю крепко».

*5*
Заметки на полях войны.
Во имя новорожденных республик.
Заметки на полях весны
И революции, объединившей наши судьбы.
Здесь ломоть развалившейся страны,
Который Родиной зовем и я и ты,
Как хлеба шмат, в зубах голодной хунты,
Но рифма просится, прости,
Что не сдержалась: хуй им.

*6*
Заметки на полях войны.
Жизнь набело. Ее не перепишешь.
Людская кровь не сок пунцовых вишен
И не чернила. Некого винить,
Кроме себя. Храни тебя Всевышний.
Мечтаю я: мы сядем визави
И скажешь ты: «О нас напишут книжки.
И фильмы снимут, тоже может быть,
О том, как познают мальчишки
Кровавый жаркий вкус борьбы,
А девочки уже не понаслышке,
А наяву боль узнают любви».

*7*
Заметки на полях войны.
Ты говоришь мне, что у вас спокойно,
И выстрелы пока что не слышны,
И умирать, наверное, не больно,
Ты говоришь, у вас там соловьи,
И степь ковыльная колышется, как море,
А я читаю хроники в Сети:
Тот ранен, тот убит, тот похоронен.
И счастье, не успевшее войти
В мой дом, готово обернуться горем.
И я твержу любимые стихи:
«На свете счастья нет. А есть покой и воля».

Die Erde unter den Sohlen

Jelena Saslawskaja. Dе nachdichtung von A. Filyuta M. Kniep

Erde, die an meinen Füßen klebt,
Erde, über die die Füße von Kindern gehen,
Erst wacklig, an die Hand genommen, Schritt für Schritt,
Dann hüpfend, rennend, nicht einzuholen, mit aller Kraft.
Die Erde dient ihnen als Stütze,
Und deshalb schreibe ich diese Zeilen.

Mein Sohn!

Die Erde, die an deinen Füßen klebt,
Birgt alle Geheimnisse unserer Geschichte,
Sie kennt das Neue und das Vergangene,
Sie schützt die Namen der Helden,
Die Helden aus der Schlacht bei Krut und die aus der „Jungen Garde“
Und die Verschollenen, die Namenlosen, die von allen Vergessenen.
Sie wurde ihnen zur letzten Ruhestätte,
Zu einer Daunendecke, einer Steppe aus Federgras.
Und eines Tages werden auch wir darin liegen,
Also schütze sie! Ich weiß, du kannst es,
Solange du jung bist, solange du lebst,
Solange sie an deinen Füßen klebt.

Wenn deine Kinder mit einer Schaufel spielen,
Und nicht „Erde“, sondern „Nährboden“ sagen,
Vergiss nicht, ihnen zu erklären: „Was man sät, das wird man auch ernten“,
Sag, dass sie nicht nur vom Regen, sondern auch
Von unserem Schweiß und Blut getränkt wurde,
Denn, wenn du zärtlich sagst:
„Vaterland, Mütterchen, meine Heimat»
Dann werden auch sie sagen: „Meine Ukraine».
Weil es nichts Wertvolleres gibt
als die Heimaterde unter deinen Sohlen.

 

Земля на подошвах

Земля, что прилипает к моим подошвам,
Земля, по которой детские ходят ножки,
Сначала неуверенно, за руку, шаг-шажочек,
Потом вприпрыжку, бегом, не догнать, что есть мочи…
Она для них опора всего лишь,
И потому я пишу эти строчки.

Сын!

Земля, что прилипает к твоим подошвам,
Хранит все тайны о нашем прошлом,
Знает недавнее и давно былое,
Она бережет имена героев,
И героев Крут и Молодогвардейцев,
И без вести пропавших, безымянных, никому не известных,
Она стала им последней постелью,
Пуховой периной, ковыльной степью,
И нам, похоже, лежать в ней тоже,
Так береги ее! Я знаю, ты сможешь,
Пока ты молод, пока живешь ты,
Пока она прилипает к твоим подошвам.

Когда дети твои, играясь совочком,
Назовут ее умным словечком «почва»,
Не забудь сказать: «что посеем, то и пожнем мы»,
Объясни, что она полита не только дождем, но и
Нашим потом, и нашей кровью,
Ведь если ты говоришь с любовью:
«Родина, ненька моя, Батьківщина»,
Они тоже скажут: «Моя Украина».
Потому что нет ничего дороже,
Родной земли, на твоих подошвах.

 

Wir zählen die Toten

Jelena Saslawskaja. Dе nachdichtung von A. Filyuta M. Kniep

Wir zählen die Toten.
Gemordet durch Kugeln und Schläger.
In unseren Tränen und Gebeten lösen sich ihre Namen auf.
In unseren Tränen und Gebeten.
Aus Trauer wird Wut.
Und das Gespenst
Des Bürgerkrieges,
Gefühllos und blutrünstig,
Wird zu lebendigem Fleisch.

Считаем убитых

Считаем убитых.
Пали от пуль и бит. Их
Имена растворяются
В наших слезах и молитвах.
Горе сменяет ярость.
И призрак
Войны гражданской
Плотью живой обрастает,
Бесчувственный и кровожадный.

Es ist Krieg

Jelena Saslawskaja. Dе nachdichtung von A. Filyuta M. Kniep

Es ist Krieg. Schnell,
Aug in Aug, vorwärts, Luft holen,
Trotz‘ dem Angesicht des Todes,
Nur eine Heldentat.
Rücken, gebrochene Barrikade,
Wirbelsäule, Schuss und Flamme,
Und  der Schraubstock einer neuen Hölle,
Kreis um Kreis,
Und wie ein Wehruf
Erschallt der Schlag der Glocke,
Und die Kugel, die in mir ein Nest
Wird bauen, steckt schon im Magazin.

Случается война

Случается война. Успеть,
Глаза в глаза, вперед, на вдохе,
В лицо не признавая смерть,
А только подвиг,
Хребты разбитых баррикад,
По позвонку, стрельба и пламя,
И круг за кругом новый ад
Владеет нами,
И причитанием плывет
Звон колокольный,
И пуля, что во мне совьет
Гнездо, уже в обойме.

Gebet

Jelena Saslawskaja. Dе nachdichtung von A. Filyuta M. Kniep

Ich bete mit geschlossenen Lippen,
Und mein Gebet ist einfach:
Erspare uns das
Bruder gegen Bruder,
Das Schwester gegen Schwester.
Keine Antwort auf das Gebet
Und der Himmel ist
Eine schwarze Rauchwolke.

— Wozu bin ich auf der Welt? —
Das ist unwichtig, wichtig ist — wofür ich sterbe.
— Schwafelt weiter, ihr Schwätzer,
In der Hoffnung aufs Weitergeposte,
Molotow-Cocktails
Heizen ordentlich auf in der Kälte!

Was träumst du, Bereginja?
Was für Träume siehst du?
Meine Ukraine bewegt sich
Am Rande der Welt.
Am Rande des Krieges.

Молитва

Не размыкая уста
Молюсь, и мольба проста:
Не надо,
Чтоб брат на брата
И на сестру сестра.
И нет на мольбу ответа
И небо
В черном дыму.

–За что живу я на свете –
Не важно. Важно – за что умру.
–Мелите свое пустомели
С надеждой на перепост,
Молотова коктейли
Так горячат в мороз!

Что снится тебе, Берегиня?
Какие ты видишь сны?
Стоит моя Украина
У самого края мира
На самом краю войны.

Und es kriechen die Morlocks aus dem Bergwerk hervor

Jelena Saslawskaja. Dе nachdichtung von A. Filyuta M. Kniep

„Und es kriechen die Morlocks aus dem Bergwerk hervor,
Aus ihren Höhlen.
Das industrielle Mordor
Arbeitet, qualmt und rumpelt,
Während sich sein eiserner Leib dreht,
Speit es Biomasse, Gesindel und gemeines Volk,
Hütchenspiel, Gimelblättchen und Vierblatt“.

Und auf dem Maidan die heiteren Eloi,
Sie schreiben Geschichte, singen und essen Kekse.

Und wir, sagt man, verzehren Unheil zusammen mit Graubrot,
An Feiertagen Wodka mit Pelmeni,
Die heiteren Eloi kämpfen für eine Idee,
Wir aber stünden hier nur gegen Bares,
Doch, wenn wir uns freiwillig sammeln,
Vergeht denen die Lust auf Singen und Kekse.

„Ruhm den Helden?“ Es gibt unterschiedliche Helden!
Aber vielleicht einfach nur „Ruhm der Ukraine“?!
Du selbst musst entscheiden, mein gequältes Volk:
Bleibst du unversöhnlich oder wirst du einig?

И выползают морлоки-шахтеры

«И выползают морлоки-шахтеры
Из своих нор.
Индустриальный Мордор
Работает, чадит и громыхает,
Ворочая своим железным чревом,
Рождает биомассу, быдло, гопов
(Игра в пузырь, лесоповал и семки)».

А на Майдане светлые эллои
Творят историю, поют, едят печеньки.

А мы едим беду, да с хлебом серым,
По праздникам пельмени с самогоном,
Эллои светлые воюют за идею,
А мы можем стоять только за деньги,
Но если только выйдем добровольно,
То не захочется ни песен, ни печенек.

Героям слава? Разные герои!
Но может быть хоть слава Украине?!
Тебе решать, измученный народ мой,
Непримиримы или же едины?

Die Straßen, die uns wählen

Jelena Saslawskaja. Dе nachdichtung von A. Filyuta M. Kniep

Die Straßen, die uns wählen,
Verlaufen seit langer Zeit
Jenseits des Paradieses,
Jenseits des Hauses,
Jenseits der Kindheit,
Wo alles vertraut ist.
Und mit jedem Schlag des Herzens
Treten wir tiefer in den Wald,
Wo die Milch-und-Honig-Ufer sind
Und wo entweder der Styx, der Donez,
Oder die Lugan‘ fließt.
Und jeder von uns ist dort ein Hitzkopf und Draufgänger.
Und wir schwimmen dort mal Brust, mal Schmetterling.
Und jeder denkt, er wäre ein Tschapajew.
Wir werden Köder
für die Fische,
Wir werden Schlamm,
Wir werden Torf,
Wir werden Mythos
Und Legende.
Und einer von uns erreicht das Ufer,
Und — Gott sei Dank! —

bahnt sich seinen Weg.

Дороги, которые нас выбирают

Дороги, которые нас выбирают,
Давно пролегают
За пределами рая,
За пределами дома,
За пределами детства,
Где все знакомо.
И с каждым ударом сердца
Мы удаляемся в лес,
Где с кисельными берегами
То ли Стикс, то ли Донец,
То ли река, что зовется Луганью.
И каждый из нас горяч и отчаян.
И мы то брассом, то баттерфляем
Плывем, и каждый представляет, что он Чапаев.
Мы станем рыбам
Удобным кормом,
Мы станем илом,
Мы станем торфом,
Мы станем мифом,
И анекдотом…
Но кто-то все-таки выплывает,
И слава Богу.

И он проложит свою дорогу.